Tierisches Badevergnügen: Achtung Hunde fertig los!

Hunde im Wasser 250 CTSommer, Sonne, Wasser - die Badesaison ist eröffnet und viele Hundebesitzer starten mit ihren meist wasserverrückten Vierbeinern in den Urlaub ans Meer oder verbringen ein paar schöne Stunden an einem See, Fluss oder Bach.

Hier erfahren Sie, wie Ihr gemeinsamer Ausflug zum Erlebnis wird und worauf Sie als Hundehalter an warmen und vor allem an heißen Badetagen unbedingt achten sollten:

(Foto: Carola Thiede)

  • Lassen Sie ihren Vierbeiner niemals unbeaufsichtigt schwimmen oder planschen!
  • Füttern Sie Ihren Hund zwei Stunden vor dem Badevergnügen nicht mehr! Wie auch wir Menschen, sollten Hunde nicht mit vollem Magen ins Wasser gehen.
  • Stellen Sie immer ausreichend Trinkwasser zur Verfügung, dies gilt vor allem, wenn Sie am Meer unterwegs sind!
  • Falls Ihr Hund ein Halsband trägt, nehmen Sie ihm dies bitte zum Schwimmen ab! Im Eifer des Gefechtes kann es schnell passieren, dass sich der Hund mit den eigenen Pfoten/Krallen im Halsband verfängt.
  • Achten Sie darauf, dass Ihr Hund nicht voll erhitzt ins Wasser springt! Dies kann eine enorme Kreislaufbelastung für den Hundekörper darstellen. Spielen Sie erst einige Minuten im flachen Wasser mit Ihrem Hund, zum Beispiel mit einem Spielzeug oder bespritzen Sie Ihn mit Wasser! So beginnt der Badespaß für Hund und Halter langsam und positiv und das Herz-Kreislaufsystem wird nicht belastet. Nach einer kurzen Gewöhnung des Hundekörpers an das, selbst bei hohen Außentemperaturen manchmal doch kalte Wasser, darf sich Ihr Hund dann auch komplett dem Badevergnügen widmen.
  • Hunde mit Gelenkbeschwerden sollten nicht an steilen oder unebenen Ufern rein- und rausklettern. Dies stellt eine große Belastung für die Gelenke dar und kann eher Schaden anrichten als zu einem Spaßfaktor führen.
  • Achten Sie stets darauf, dass Ihr Vierbeiner sich nicht in stehenden Gewässern aufhält! Dort verbreiten sich viele Bakterien, die schlimme Ohren,- Augen- und auch Blasenentzündungen verursachen können sowie Hautirritationen hervorrufen können.
  • Nach einem Badevergnügen im Salzwasser sollte der Hund danach möglichst abgeduscht werden, um Hautreizungen zu vermeiden.

 Hundeschwimmen 250Lassen Sie Ihren Hund möglichst nicht in starken Strömungen schwimmen! Hunde mit einer zu schwachen Muskulatur oder auch mit einer schlechten Kondition, aber auch die sportlichen Athleten, können abgetrieben werden und den Kampf gegen das Wasser schnell verlieren. Daher empfehle ich als Hundephysiotherapeutin generell dem Hund eine Hundeschwimmweste anzuziehen. Diese gibt dem Vierbeiner Aufrieb und unterstützt die Wirbelsäule, sodass er generell leichter, schneller, länger und vor allem immer sicher im Wasser unterwegs ist. An diesen Schwimmwesten haben Sie die Möglichkeit, eine Schleppleine zu befestigen. Ihr Hund ist somit doppelt gesichert.

 

  • Achten Sie darauf, dass Ihr Hund sich nicht lange in der Sonne bzw. Hitze aufhält! Schauen Sie immer, dass er einen Schattenplatz zur Verfügung hat! Hunde können einen Sonnenbrand bekommen und vor allem einen Hitzschlag erleiden! Anzeichen eines Hitzschlags sind: Starkes Hecheln, Bewegungsstörungen und Taumeln sowie intensiv, hellrot gefärbte Schleimhäute am Zahnfleisch. Im fortgeschrittenen Verlauf tritt Erbrechen, Schock und Bewusstlosigkeit ein. Kühlen Sie dann umgehend den Kopf des Hundes mit kaltem Wasser und massieren Sie die Gliedmaßen um den Kreislauf anzuregen und suchen Sie bitte möglichst schnell einen Tierarzt auf!
  • Bei Überforderung kann der Hund eine sogenannte "Wasserrute" bekommen. Gemeint ist hiermit eine Schwanzlähmung. Die Hunde können sich nicht mehr richtig bewegen, hinsetzten und krümmen sich vor Schmerzen. Der Rutenansatz wird vom Körper weggestreckt und der Rest der Rute hängt schlaff herunter. Suchen Sie in solch einem Fall einen Tierarzt auf, es muss in der Regel eine Behandlung mit entzündungshemmenden Medikamenten erfolgen! Eine Wasserrute kann jeder Hund bekommen, häufig betroffene Rassen sind allerdings der Pointer, Setter, Beagle und alle Retrieverrassen. Lassen Sie es aber am besten gar nicht so weit kommen, denn wir Hundehalter sind für unsere Hunde verantwortlich.
  • Daher überfordern Sie Ihren Hund nicht! Räumen Sie ihm ausreichende Ruhepausen ein, auch wenn er gerne weiter machen möchte! Achten Sie auf die Atmung Ihres Hundes! Viele Vierbeiner kennen ihr Maß nicht selbst, sodass wir als Halter in der Verantwortung für die Tiere stehen!

 

Das Wichtigste zum Schluss:

Zum besseren Verständnis für alle Hundehalter: 15 Minuten Schwimmen entsprechen 45 bis 60 Minuten im Trab am Fahrrad!!!

Somit sollte jedem bewusst sein, wie anstrengend so ein Tag am Wasser ist und wie schnell man einen Hund körperlich überfordern kann.

 

Shaking dog Fotolia 66876931 250

Wenn Sie die oben genannten Punkte beachten, sollte einem gelungenen Badevergnügen

allerdings nichts im Weg stehen und somit wünsche ich Mensch und Tier

alles Gute für die Badesaison!

 

Tatjana Rebscher

Krebsmühle 1 61440 Oberursel
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